Kohlequalitätsparameter (Feuchte, Asche, Flüchtige, Schwefel, HGI)
Neben dem Heizwert bestimmen Gesamtfeuchte (TM), Asche, Flüchtige Bestandteile (VM), fixer Kohlenstoff, Gesamtschwefel (TS), Hardgrove-Mahlbarkeitsindex (HGI) und Ascheschmelzverhalten den Wert von Kesselkohle. Hohe Asche und Feuchte erhöhen Transport- und Verbrennungskosten; Schwefel beeinflusst Rauchgasreinigung und Emissionsgrenzen; der HGI bestimmt die Mühlenleistung. Bei Kokskohle zählen zudem CSR, CRI und Fluidität. Verträge enthalten „typische“ und „Zurückweisungs“-Grenzen sowie Preisanpassungsformeln je Parameter.
Verwandte Begriffe
Heizwert und Brennwert (GAR / NAR)
Energie, die bei vollständiger Verbrennung einer Masseneinheit Brennstoff frei wird, in kcal/kg oder MJ/kg. Der Brennwert (GCV) schließt die Kondensationswärme des Wasserdampfs ein, der Heizwert (NCV) nicht – er liegt näher an der im Kessel nutzbaren Energie. Bei Kohle hängt der Wert zusätzlich von der Bezugsbasis ab: GAR (wie angeliefert, brutto, inkl. Gesamtfeuchte), ADB (lufttrocken), NAR (wie angeliefert, netto). Indonesische Kohle wird meist GAR, europäische und südafrikanische (API2, API4) auf NAR-6.000-Basis bepreist – Angebote vor dem Vergleich auf dieselbe Basis umrechnen.
Probenahme (repräsentative Probe)
Probenahme so, dass die Proben die gesamte Partie repräsentieren, nach Normverfahren – etwa ISO 24333 für Getreide, ISO 3082 für Erze, ASTM D4057 für Flüssigkeiten. Beim Massengutumschlag werden in Intervallen gezogene Einzelproben vereinigt und geteilt; meist werden drei oder vier gleiche Proben versiegelt – für Verkäufer, Käufer und als Rückstellmuster für Schiedsanalysen. In der Angebotsphase werden kleine Typmuster geprüft; vertraglich sollte zugesichert werden, dass die Lieferung dem freigegebenen Muster entspricht.
Tiefgangsbesichtigung (Draft Survey)
Verfahren zur Ermittlung des geladenen oder gelöschten Massenguts, indem der Tiefgang des Schiffes vor und nach dem Umschlag an sechs Marken abgelesen und um Wasserdichte, Ballast, Treibstoff und Frischwasser korrigiert wird. Bei Kohle, Erzen, Getreide und Dünger wird die Konnossementsmenge meist so bestimmt; die Genauigkeit liegt bei etwa ±0,5 %. Die Durchführung durch einen unabhängigen Sachverständigen wie SGS, Intertek oder Bureau Veritas stärkt das Vertrauen beider Seiten.