Futtermittelsicherheits-Zertifizierung (GMP+, FAMI-QS, FSSC 22000)
GMP+ Feed Certification (niederländischen Ursprungs) ist ein HACCP-basierter Sicherheitsstandard für Herstellung, Handel, Lagerung und Transport von Futtermitteln; europäische Abnehmer verlangen ihn oft zwingend, und er setzt auch zertifizierte Straßen- und Seefrachtführer voraus. FAMI-QS ist ein Qualitäts- und Sicherheitsstandard speziell für Hersteller von Futtermittelzusatzstoffen wie Vitaminen, Aminosäuren, Enzymen und Vormischungen. Im Lebensmittelbereich erfüllen FSSC 22000, BRCGS und IFS eine ähnliche Rolle. Gültigkeit und Geltungsbereich (Produkte, Standort) online prüfen.
Verwandte Begriffe
ISO 9001 Qualitätsmanagement und weitere ISO-Zertifikate
ISO 9001 ist die internationale Norm für Qualitätsmanagement, auditiert von akkreditierten Zertifizierungsstellen; sie zeigt, dass ein Unternehmen seine Prozesse festlegt, beherrscht und stetig verbessert – zertifiziert wird das System, nicht das Produkt. Weitere häufig verlangte Nachweise: ISO 14001 (Umwelt), ISO 45001 (Arbeitsschutz), ISO 50001 (Energie), ISO 22000/FSSC 22000 (Lebensmittelsicherheit), IATF 16949 (Automobil) und ISO/IEC 17025 (Laborkompetenz). Die Gültigkeit sollte in der Datenbank der Zertifizierungsstelle oder IAF CertSearch geprüft werden.
Mykotoxine und Aflatoxin-Grenzwerte
Von Schimmelpilzen in Getreide, Ölsaaten, Nüssen, Gewürzen und Futtermitteln gebildete Giftstoffe: Aflatoxine (B1 und gesamt), Ochratoxin A, Deoxynivalenol (DON), Zearalenon, Fumonisine und T-2. Grenzwerte unterscheiden sich stark nach Land und Verwendung – in der EU etwa 2–8 µg/kg Aflatoxin B1 für Nüsse zum direkten Verzehr; Überschreitungen führen zu RASFF-Meldungen und Zurückweisung. Der Vertrag muss Grenzwerte, Probenahmeverfahren und maßgebliches Labor festlegen.
Rückverfolgbarkeit (Lieferkettentransparenz)
Fähigkeit, auf jeder Stufe von der Quelle – Mine, Farm, Wald, Raffinerie – bis zum Endverwender zu belegen, wer einen Rohstoff wo und aus welcher Charge verarbeitet hat. Durch die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR), die Lieferketten-Sorgfaltspflichtenrichtlinie (CSDDD), den OECD-Leitfaden zu Konfliktmineralien und Rezyklatnachweise (ISCC, GRS) wird sie im Rohstoffhandel zunehmend Pflicht. Geodaten, Massenbilanz und digitaler Produktpass sind dabei Schlüsselbegriffe.