Contango und Backwardation (Terminkurve)
Begriffe für die Lage der Terminpreise im Verhältnis zum Kassapreis. Bei Contango liegen spätere Termine über dem Spotpreis, meist als Ausdruck reichlichen Angebots und der Haltekosten (Lager, Finanzierung, Versicherung) – Lagerhaltung mit Terminverkauf wird attraktiv. Bei Backwardation liegt der Spotpreis über den Terminen, ein Zeichen für einen engen Markt mit knapper prompter Ware, der Käufer zur schnellen Eindeckung drängt. Die Kurvenform ist ein wichtiges Signal für Lagerpolitik und Vertragstiming.
Verwandte Begriffe
London Metal Exchange (LME) und Rohstoffbörsen
Börse, an der sich die weltweiten Referenzpreise für NE-Metalle wie Kupfer, Aluminium, Zink, Nickel, Blei, Zinn und Kobalt bilden; ihre offiziellen Preise und Monatsdurchschnitte dienen als Index in physischen Verträgen. Der physische Käufer zahlt den LME-Preis plus eine von Herkunft, Marke und Lieferort abhängige Prämie (z. B. Rotterdamer Aluminiumprämie). Weitere wichtige Börsen: CME/COMEX (Kupfer, Gold), ICE (Brent, Kakao, Kaffee, Zucker, Baumwolle), CBOT (Soja, Mais, Weizen), SHFE (Shanghai-Metalle), DCE und ZCE (chinesische Kunststoff-, Eisenerz- und Agrarfutures) sowie Bursa Malaysia (Palmöl).
Absicherung von Preisrisiken (Hedging)
Ausgleich des Preisrisikos aus physischen Käufen und Verkäufen durch eine Gegenposition in Derivaten wie Futures, Forwards, Optionen oder Swaps. Ein Kabelhersteller, der in drei Monaten Kupfer abnimmt, kann heute LME-Kupferfutures kaufen und sich gegen steigende Preise schützen; ein Händler mit Festpreisverkauf verkauft Futures. Devisentermingeschäfte sichern Währungsrisiken auf gleiche Weise. Hedging ist keine Spekulation: Ziel ist der Schutz der Marge, nicht der Gewinn – Nachschussforderungen und Basisrisiko sind jedoch zu managen.