Factoring und Forfaitierung
Umwandlung von Forderungen aus Zielverkäufen vor Fälligkeit in Liquidität durch Abtretung an einen Finanzierer. Factoring dient kurzfristigen, laufenden Rechnungsforderungen, mit oder ohne Regress (beim echten Factoring trägt der Factor das Ausfallrisiko). Forfaitierung ist der regresslose Ankauf einzelner, meist größerer und längerer bankgesicherter Forderungen wie akzeptierter Akkreditivwechsel oder avalierter Wechsel. Beides entlastet das Betriebskapital des Exporteurs.
Verwandte Begriffe
Offene Rechnung (Open Account) O/A
Der Verkäufer versendet Ware und Dokumente direkt an den Käufer, der die Rechnung zu einem Zahlungsziel (z. B. 30–90 Tage) begleicht. Für den Käufer die günstigste, für den Verkäufer die riskanteste Zahlungsart; das Ausfallrisiko wird über Warenkreditversicherung, Factoring oder ein Standby-Akkreditiv gesteuert. Standard in langjährigen, vertrauensvollen Beziehungen und in manchen Märkten wie dem EU-Binnenhandel.
Nachsichtakkreditiv (Akkreditiv mit hinausgeschobener Zahlung)
Akkreditiv, bei dem die Zahlung erst zu einem festgelegten Zeitpunkt nach konformer Vorlage fällig wird – etwa 90 oder 180 Tage nach Konnossementsdatum. Es finanziert den Käufer, der die Ware vor der Zahlung verarbeiten und verkaufen kann; der Verkäufer kann die Forderung von der Bank diskontieren lassen (Forfaitierung) und früher Liquidität erhalten. Zins für die Laufzeit und Diskontkosten sind in den Preis einzurechnen.
Warenkreditversicherung
Absicherung der Forderungen des Verkäufers aus Zielverkäufen gegen Insolvenz oder anhaltenden Zahlungsverzug des Käufers (wirtschaftliches Risiko) und politische Risiken wie Krieg oder Transferverbote. Der Versicherer setzt je Käufer ein Kreditlimit und ersetzt im Schadenfall meist 85–95 % der Forderung. Anbieter sind Exportkreditagenturen wie Euler Hermes/Allianz Trade, Coface, Atradius oder Türk Eximbank. Eine Police erleichtert zudem günstigere Bankfinanzierung.
Im Handelshandbuch erklärt
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