M · 5
Massengut (trocken und flüssig)
Unverpackt direkt in Laderäume oder Tanks verladene Ladung: Getreide, Kohle, Eisenerz, Schrott, Dünger und Zement sind trockenes, Rohöl, Kraftstoffe, Pflanzenöle und Chemikalien flüssiges Massengut. Schiffsgrößen: Handysize (15–35 Tsd. dwt), Supramax/Ultramax (50–64 Tsd.), Panamax/Kamsarmax (65–82 Tsd.) und Capesize (über 100 Tsd. dwt). Die Menge wird per Tiefgangsbesichtigung (Draft Survey) oder Waage, die Qualität durch Probenahme bei Lade- und Löschvorgang bestimmt.
Masterbatch vs. Compound
Ein Masterbatch ist ein Pigment, Füllstoff oder Additiv – UV-Stabilisator, Antistatikum, Flammschutz, Gleitmittel – hochkonzentriert in einem Trägerpolymer, das dem Grundmaterial meist zu 1–5 % zudosiert wird. Ein Compound ist ein gebrauchsfertiges Produkt mit Endrezeptur, etwa PA6 mit 30 % Glasfaser, talkumgefülltes PP oder HFFR-Kabelcompound, das direkt verarbeitet wird. Masterbatch bietet Flexibilität und geringen Lagerbestand; Compound garantiert gleichbleibende Qualität und Eigenschaften.
Mengentoleranz (± %, „more or less“)
Klausel in Massengut- und Großmengenverträgen, wonach die gelieferte Menge um einen festgelegten Prozentsatz, meist ±5 % oder ±10 %, von der Vertragsmenge abweichen darf. Festgelegt wird, wer die Option hat: der Verkäufer (MOLSO) oder der Reeder (MOLOO). Mehr- oder Mindermengen innerhalb der Toleranz werden meist zum Vertragspreis abgerechnet; das Akkreditiv muss dieselbe Toleranz enthalten, sonst erlaubt UCP 600 bei Massengut nur ±5 %.
Mindestbestellmenge (MOQ)
Die kleinste Bestellmenge, die ein Lieferant akzeptiert. Bei Rohstoffen wird die MOQ meist durch einen Container (z. B. 20–25 t Granulat, ein 40’HC), eine Produktionscharge oder eine Lkw-Ladung bestimmt, bei Massengut durch eine Schiffspartie wie 5.000 t. Anfragen unterhalb der MOQ werden zu höherem Stückpreis, ab Lager oder über Händler bedient. Auf der Plattform laufen große Geschäfte über den Deal Room, kleine Mengen über den direkten Lieferantenkontakt.
Mykotoxine und Aflatoxin-Grenzwerte
Von Schimmelpilzen in Getreide, Ölsaaten, Nüssen, Gewürzen und Futtermitteln gebildete Giftstoffe: Aflatoxine (B1 und gesamt), Ochratoxin A, Deoxynivalenol (DON), Zearalenon, Fumonisine und T-2. Grenzwerte unterscheiden sich stark nach Land und Verwendung – in der EU etwa 2–8 µg/kg Aflatoxin B1 für Nüsse zum direkten Verzehr; Überschreitungen führen zu RASFF-Meldungen und Zurückweisung. Der Vertrag muss Grenzwerte, Probenahmeverfahren und maßgebliches Labor festlegen.