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HammaddePazari

B · 9

Bankgarantie (Erfüllungs- / Anzahlungsbürgschaft)

Verpflichtung einer Bank, auf Anforderung des Begünstigten einen bestimmten Betrag zu zahlen. Eine Erfüllungsgarantie sichert die Vertragserfüllung durch den Verkäufer, meist über 5–10 % des Vertragswerts; eine Anzahlungsgarantie sichert die Rückzahlung der Anzahlung des Käufers bei Nichtlieferung. International werden meist Garantien „auf erstes Anfordern“ nach den ICC-Regeln URDG 758 verwendet.

Banküberweisung (T/T) T/T

Zahlung direkt auf das Konto des Verkäufers über das SWIFT-Netz der Banken. Im Rohstoffhandel in Mustern wie „30 % T/T Vorauskasse, 70 % T/T gegen Kopie des Konnossements“ üblich. Schnell und günstig, aber ohne Bankgarantie: Bei Vorauskasse trägt der Käufer das Risiko, bei Zahlung nach Versand der Verkäufer. IBAN und Empfängername vor der Zahlung über einen bekannten Kanal zu bestätigen, ist der wichtigste Schutz gegen E-Mails à la „unsere Bankverbindung hat sich geändert“.

Benannter Ort (Lieferort)

Die nach dem Incoterm-Kürzel angegebene Stadt, der Hafen, das Terminal oder Betriebsgelände, an dem Kosten und Gefahr übergehen. Je genauer der Ort bezeichnet ist (z. B. „FCA Gebze, Lager des Verkäufers, Yeni Str. 4“), desto geringer das Streitrisiko. Nur ein Land oder gar keinen Ort anzugeben, ist ein häufiger Fehler, der Gefahrübergang und Kostenteilung unklar lässt.

Bestätigtes Akkreditiv

Akkreditiv, bei dem eine zweite Bank, meist im Land des Verkäufers (bestätigende Bank), zusätzlich zur eröffnenden Bank ein eigenes Zahlungsversprechen abgibt. Es schützt den Verkäufer, wenn das Bonitätsrisiko der eröffnenden Bank oder das Transfer- und Länderrisiko im Käuferland hoch ist. Die Bestätigungsprovision ist meist ein risikoabhängiger Jahresprozentsatz; der Vertrag sollte regeln, wer sie trägt.

Bestellung (Purchase Order) PO

Formeller Auftrag des Käufers an den Lieferanten mit Produkt, Spezifikation, Menge, Preis, Liefertermin, Lieferbedingung und Zahlungskonditionen. Mit der schriftlichen Auftragsbestätigung des Verkäufers entsteht ein verbindlicher Vertrag. Die Bestellnummer wird auf Rechnungen, Lieferscheinen und Versanddokumenten angegeben und erleichtert den Abgleich.

Big Bag (FIBC – flexibler Schüttgutbehälter)

Großer Sack aus Polypropylengewebe für meist 500–1.500 kg Granulat, Pulver oder Flocken, der per Stapler an Schlaufen gehoben wird. Sichere Arbeitslast (SWL) und Sicherheitsfaktor (Einweg 5:1, Mehrweg 6:1) sind nach ISO 21898 anzugeben. Bei brennbaren Stäuben sind Typ-B-, -C- oder -D-Säcke gegen statische Aufladung zu wählen; Lebensmittel und Pharma brauchen lebensmitteltaugliche Säcke mit Inliner. Gegenüber 25-kg-Säcken sinken Verpackungs- und Umschlagskosten.

Bindefrist und Preisanpassung

Zeitraum, in dem ein Angebot unverändert angenommen werden kann – bei volatilen Rohstoffen kurz, von einigen Stunden bis wenigen Tagen. Bei langen Lieferzeiten oder Abrufverträgen werden Preisgleitklauseln genutzt: Ändern sich Rohstoffindex, Energiekosten, Fracht oder Wechselkurs über eine Schwelle hinaus, wird der Preis per Formel angepasst. Solche Klauseln verhindern, dass Festpreisverträge bei starken Marktbewegungen in Storno oder Verzug enden.

Biokunststoff: biobasiert vs. kompostierbar

Der Begriff umfasst zwei verschiedene Eigenschaften. Biobasierte Kunststoffe beziehen ihren Kohlenstoff aus nachwachsenden Quellen wie Zuckerrohr, Mais oder Pflanzenöl (z. B. Bio-PE, Bio-PET); sie können chemisch identisch mit fossilen Varianten sein und müssen nicht abbaubar sein. Kompostierbare Kunststoffe – PLA, PBAT, PHA, Stärkeblends – zersetzen sich unter industrieller Kompostierung nach EN 13432 oder ASTM D6400 in festgelegter Zeit; einige sind fossilbasiert. Beim Einkauf biobasierten Anteil (ASTM D6866) und Kompostierbarkeitszertifikat (TÜV OK compost, BPI) getrennt erfragen.

Bunkerzuschlag (BAF)

Variabler Zuschlag, den Reedereien auf die Grundfracht aufschlagen, um Schwankungen der Schiffstreibstoffpreise weiterzugeben. Er wird meist quartalsweise oder monatlich anhand der VLSFO-Preise in Singapur und Rotterdam angepasst. Seit Inkrafttreten der IMO-Schwefelgrenze von 0,5 % im Jahr 2020 sind die BAF deutlich gestiegen; fragen Sie stets, ob ein Frachtangebot den BAF enthält.