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Sanktions- und Exportkontrollprüfung
Prüfung, ob Käufer, Verkäufer, Banken, Schiff und Endverwender auf Sanktionslisten der UN, EU, USA (OFAC) oder des Vereinigten Königreichs (OFSI) stehen und ob die Ware in sanktionierte Länder oder zu verbotenen Zwecken geht. Banken können Zahlungen mit Sanktionsrisiko einfrieren; Verstöße führen zu hohen Bußgeldern und Kontokündigungen. Da Sanktionen sich häufig ändern, ist das Screening bei jedem Geschäft zu wiederholen – mit Blick auf Umgehungsindizien wie Umbenennung von Schiffen oder abgeschaltetes AIS.
Schiedsanalyse (Umpire-Analyse)
Analyse der versiegelten Rückstellprobe durch ein im Voraus vereinbartes unabhängiges Labor, wenn die Ergebnisse von Verkäufer und Käufer um mehr als die vertragliche Splitting-Grenze abweichen. Üblich im Erz- und Konzentrathandel; das Umpire-Ergebnis ist meist bindend oder wird mit dem näher liegenden Parteiergebnis gemittelt. Die Kosten trägt in der Regel die Partei, deren Ergebnis weiter abweicht.
Schiedsverfahren (internationale Handelsschiedsgerichtsbarkeit)
Beilegung eines Streits durch von den Parteien gewählte Schiedsrichter statt staatlicher Gerichte, vertraulich und endgültig. Üblich sind Institutionen wie ICC, LCIA, SIAC oder ISTAC oder die Regeln von Rohstoffverbänden (GAFTA, FOSFA, LME). Dank des New Yorker Übereinkommens sind Schiedssprüche in über 170 Ländern anerkenn- und vollstreckbar, was Schiedsverfahren zwischen Parteien verschiedener Länder meist wirksamer macht als Gerichtsverfahren. Die Klausel sollte Institution, Schiedsort, Sprache und Zahl der Schiedsrichter nennen.
Schiffskraftstoffe: VLSFO, HSFO, MGO und die IMO-2020-Schwefelgrenze
Nach MARPOL Anlage VI sank die Schwefelgrenze für Schiffskraftstoff am 1. Januar 2020 von 3,5 % auf 0,5 % (IMO 2020); in Emissionsüberwachungsgebieten (ECA) – Nordeuropa, Nordamerika und seit 2025 Mittelmeer – gelten 0,1 %. VLSFO (0,5 % S) ist heute Hauptkraftstoff; HSFO (380 cSt, 3,5 % S) dürfen nur Schiffe mit Scrubber verbrennen; MGO/MDO (0,1 % S) wird in ECAs und für Hilfsdiesel genutzt. Die Qualität richtet sich nach ISO 8217; jede Lieferung erfordert Bunkerlieferschein (BDN) und MARPOL-Probe.
Schmelzindex (MFI / MFR)
Masse an Polymerschmelze, die bei festgelegter Temperatur und Last – 230 °C/2,16 kg bei PP, 190 °C/2,16 kg oder 5 kg bei PE – in 10 Minuten durch eine Düse fließt, in g/10 min (ISO 1133, ASTM D1238). Niedriger MFI bedeutet hohe Molmasse und Festigkeit, hoher MFI gute Fließfähigkeit: Rohr- und Blasformtypen liegen bei etwa 0,1–1, Folie 1–4, Spritzguss 10–60, Faser und Meltblown 25–1.500 g/10 min. Beim Angebotsvergleich stets die Prüfbedingungen kontrollieren.
Schrottklassifizierung (ISRI, HMS 1&2, Shredder, Millberry)
Im internationalen Schrotthandel werden Sorten über Codenamen der ISRI- (heute ReMA-) Schrottspezifikationen definiert. Bei Stahlschrott ist HMS 1 mindestens 6 mm dick, HMS 2 enthält dünnere und verzinkte Teile; „80:20“ nennt das Mischungsverhältnis. Shredderschrott (ISRI 210/211) ist zerkleinert und magnetisch getrennt, P&S und Busheling (Neuschrott) sind sauberer. Bei NE-Metallen gelten Codes wie Barley/Millberry (99,9 % blanker Kupferdraht), Berry/Candy, Honey (Messing) und Taint/Tabor (gemischtes Aluminium). Radioaktivität, geschlossene Hohlkörper, Erde und Fremdstoffe sind vertraglich zu begrenzen.
Sicherheitsdatenblatt (SDB) SDS / MSDS
Dokument, das in 16 standardisierten Abschnitten nach GHS die Gefahren eines Stoffes sowie Angaben zu sicherer Handhabung, Lagerung, Transport, persönlicher Schutzausrüstung, Erster Hilfe, Brandbekämpfung, unbeabsichtigter Freisetzung und Entsorgung enthält. Für gefährliche Stoffe ist es in der EU nach REACH und anderswo nach ähnlichen Gesetzen Pflicht und in der Sprache des Empfängers bereitzustellen. Frachtführer und Zoll stützen sich für die Gefahrgutklassifizierung und UN-Nummer auf Abschnitt 14.
Spediteur (Freight Forwarder)
Unternehmen, das den Transport im Auftrag des Versenders organisiert: holt Frachtangebote ein, bucht Schiffs- oder Flugraum, organisiert Container, Lager und Vorlauf, erstellt Dokumente und arbeitet oft mit einem Zollagenten zusammen. Spediteure, die eigene Konnossemente (House B/L) ausstellen, handeln als NVOCC und übernehmen Frachtführerhaftung. FIATA-Mitgliedschaft und Haftpflichtversicherung sind gute Auswahlkriterien.
Spotkauf vs. Laufzeitvertrag
Ein Spotkauf ist ein einmaliges Geschäft zum aktuellen Marktpreis mit kurzfristiger Lieferung – flexibel, aber Preis- und Versorgungsschwankungen ausgesetzt. Ein Laufzeitvertrag sichert regelmäßige Lieferungen über einen Zeitraum (Quartal, Jahr) zu festem oder formelgebundenem Preis und bietet Versorgungssicherheit, enthält aber oft eine Mindestabnahmepflicht (Take-or-pay). Hersteller decken meist einen Teil des Bedarfs per Laufzeitvertrag und kaufen den Rest spot.
Stahlbezeichnung (EN, ASTM, AISI, JIS, GB)
Stähle tragen in verschiedenen Normensystemen unterschiedliche Namen. Nach EN 10027 zeigt der Buchstabe den Verwendungszweck und die Zahl die Mindeststreckgrenze: S235JR ist Baustahl mit 235 MPa und Kerbschlagprüfung bei 20 °C, S355J2 wird bei –20 °C geprüft. Ungefähre Entsprechungen sind ASTM A36 bzw. A572 Gr.50, JIS SS400 und GB Q235/Q355; bei Edelstahl entspricht AISI 304 etwa 1.4301. Entsprechungen sind nicht identisch – Chemie und Mechanik im Zeugnis prüfen.
Standby-Akkreditiv (SBLC)
Kein gewöhnliches Zahlungsmittel, sondern eine Absicherung: Zahlt der Käufer bei offener Rechnung oder Zahlungsziel nicht, nimmt der Verkäufer das SBLC mit einer Nichtzahlungserklärung und einfachen Dokumenten in Anspruch. Es unterliegt ISP98 oder UCP 600 und funktioniert ähnlich wie eine Bankgarantie. Genutzt bei wiederkehrenden Lieferungen, um nicht für jede Partie ein eigenes Akkreditiv zu eröffnen. Vorsicht: Online-Angebote von „geleasten SBLC“ oder „SBLC-Monetarisierung“ sind ein bekannter Betrug.
Streckgrenze, Zugfestigkeit und Bruchdehnung
Grundlegende mechanische Kennwerte aus dem Zugversuch (EN ISO 6892-1, ASTM E8). Die Streckgrenze (ReH bzw. Rp0,2, MPa) ist die Spannung, ab der bleibende Verformung beginnt, und Grundlage der Bemessung; die Zugfestigkeit (Rm) die Höchstspannung vor dem Bruch; die Bruchdehnung (A %) die Verlängerung bis zum Bruch und Maß der Umformbarkeit. Bei Betonstahl sind Rm/ReH-Verhältnis und Dehnung für die Erdbebensicherheit entscheidend (z. B. Rm/Re ≥ 1,15 bei B500C).
SWIFT MT103 (Zahlungsnachweis)
Die Standard-SWIFT-Nachricht zwischen Banken für grenzüberschreitende Einzelüberweisungen mit Auftraggeber, Begünstigtem, Betrag, Valuta und Referenzen; sie wird dem Verkäufer als Nachweis der Zahlung übermittelt. Ab 2025 stellen die Banken auf ISO 20022 (pacs.008) um; mit der UETR-Nummer lässt sich verfolgen, wo sich die Zahlung befindet. Gefälschte MT103-Bilder sind bei Betrug verbreitet – der Verkäufer sollte vor Warenfreigabe bei seiner eigenen Bank den Geldeingang bestätigen lassen.